Truppenübungsplatz Tannheim (zuerst mal) vom Tisch – Kriegsschauplätze bleiben

Der geplante Truppenübungsplatz bei Tannheim ist zuerst mal vom Tisch. Die Anwohner können sich freuen, unbehelligt von Gefechtslärm und dem Rasseln von Panzerketten zu bleiben, zu joggen, Rad zu fahren usw. Die Kinder und ihre Familien in der Nachsorgeklinik können sich erholen. Das ist angenehm und gut für uns, die wir in dieser Region leben. Es ist falsch, wenn wir uns damit zufrieden geben.

Damit unsere vermeintliche Ruhe nicht gestört wird, hat sich die Bundeswehr am Standort Donaueschingen auch einen neuen Schießstand mit Schallschutz genehmigt. Für ungefähr schlappe fünfundzwanzig Millionen Euro.

Und es gibt noch mehr Truppenübungsplätze hierzulande, jährlich neue Rekordrüstungsausgaben, eine Bundeswehr, die aggresiv um Personal wirbt und dafür in Schulen, bei Kindern und Jugendlichen ansetzt und vor allem, in vielen Ländern ist Krieg wirklich: ohne Nachsorgekliniken für Kinder, dafür aber mit Panzern, Drohnen, Bomben, Zerstörung und Vertreibung statt Schulen und einem behüteten Zuhause.

Als Antimilitarist:innen wollen und können wir nicht nach dem „Sankt Florians- Prinzip“ Augen und Ohren verschließen: „verschon mein Haus, zünd andere an“.

Denn Krieg beginnt hier, Waffen für diese Kriege werden auch in unserer Region, bei Heckler und Koch, bei Rheinmetall Defence … in Oberndorf produziert. Diese werden in der Türkei, im Irak, in Rojava gegen die kurdische Freiheitsbewegung eingesetzt, sie bringen Tod und Vernichtung im Jemen, in Mali, in Mexiko …

Solange das so ist, kann es keinen Frieden geben.