SchülerInnenstreik fürs Klima in VS-Schwenningen

Am vergangenen Freitag gab es erneut einen SchülerInnenstreik fürs Klima in Villingen-Schwenningen. 250 vorwiegend junge Leute sind auf die Straße gegangen. Der Klimawandel ist schon heute eine der großen Fluchtursachen. Auch in aktuellen Konflikten und Kriegen haben die Folgen des Klimawandels einen Anteil. Das wird sich in Zukunft noch weiter verschärfen. Auch wir haben uns daher mit einer kleinen Rede an der Demo beteiligt.


Rede des Antimilitaristischen Treffen VS:

Wir sind aktiv gegen Krieg, Abschottung und Fluchtursachen. Und eben dabei stoßen wir auch immer wieder auf die Folgen des Klimawandels – und zwar nicht erst auf zukünftige Folgen, sondern auf heutige.

Dürren dauern immer länger an und folgen schneller aufeinander. Böden vertrocknen und es kann nichts mehr darauf angebaut werden. Die Wüsten breiten sich rasant aus. Jedes Jahr kommen 70.000 Quadratkilometer Wüste hinzu. Stürme und Flutkatastrophen werden immer heftiger und zerstören in wenigen Momenten das Leben von hunderttausenden Menschen. Der zunehmende Wassermangel wird weltweit zu einem immer größeren Problem.

Besonders stark davon betroffen sind die Menschen in der Sahel-Zone in Afrika und in Südostasien. Laut einer Studie von Greenpeace sind bereits heute, in diesem Moment, 20 Millionen Menschen durch die direkten Folgen des Klimawandels in die Flucht gezwungen worden.

Mit dem Klimawandel und der immer weiteren Zerstörung der Umwelt nehmen die Kämpfe um die natürlichen und lebenswichtigen Ressourcen der Erde immer weiter zu. Viele Staaten rüsten ihre Armeen auf. In den strategischen Kriegsspielen der Staaten werden Kriege um Wasser und fruchtbaren Boden simuliert.

Mit dem fortschreiten des Klimawandels wird die Situation in vielen Ländern noch weiter eskalieren. Bereits heute hat vor allem der Kampf um Boden und Wasser seinen Anteil an existierenden Konflikten und Kriegen. Das wir sich in Zukunft noch weiter verschärfen.

Was tun die Hauptverantwortlich für den Klimawandel – die industrialisierten, kapitalistischen Zentren im Norden – und damit auch Deutschland? Die Antwort der deutschen Politik ist nicht etwa eine Sinnvolle Klimapolitik, sondern Aufrüstung und Abschottung.

Bereits heute führt die Bundeswehr z.B. in Mali Krieg. Einem Land das von steigendem Wassermangel und der Ausbreitung von Wüsten massiv betroffen ist. Gegen Menschen die fliehen – auch vor den Folgen des Klimawandels – wird sich abgeschottet. Die Außengrenzen der EU werden zur militärischen Festung ausgebaut und Kriegsschiffe patrouillieren zur Abschreckung im Mittelmeer.

Der Klimawandel ist nicht nur „der Klimawandel“. Er ist verflochten mit vielen weiteren Bereichen. Der Klimawandel ist auch eine Frage von Armut und Flucht, von militärischer Aufrüstung und Abschottung, von rassistischer Spaltung und Nationalismus, von Krieg und Frieden.

Wir denken, dass es notwendig ist diese Kämpfe mit unterschiedlichen Schwerpunkten an bestimmten Punkten auch immer wieder miteinander in Verbindung zu bringen. Denn der Kampf gegen den Klimawandel ist unter anderem auch ein Kampf gegen Armut, Fluchtursachen und Krieg. Und umgekehrt muss der Kampf gegen Armut, Fluchtursachen und Krieg auch ein Kampf gegen den Klimawandel sein.

Für uns ist der 1. Mai ein Tag an dem wir diese Kämpfe beispielhaft zusammen bringen können. Darum beteiligen auch wir uns an der Demo die am 1. Mai hier in Schwenningen stattfinden wird.

Wir sind überzeugt, dass es notwendig ist die Art und Weise in der wir miteinander Leben – hier in Deutschland, aber auch weltweit – grundlegend zu verändern. Nicht nach oben Buckeln und nach unter treten; Nicht Ellenbogenmentalität und das überleben des stärkeren; Nicht mehr Konkurrenz, Profit und Spaltung darf die Grundlage unserer Gesellschaft bilden. Was wir brauchen ist Solidarität und kollektives Handeln. Nur so können wir mit den Folgen, die wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr verhindern können, sinnvoll umgehen und einen weiteren Klimawandel stoppen.

Denn es geht nicht um die Erde an sich. Der Erde selbst ist es relativ egal ob es einen Klimawandel gibt und auch ob wir auf ihr existieren oder nicht. Es geht darum eine lebensfähige Welt zu erhalten und ein lebenswerte Welt zu erkämpfen. Und zwar Weltweit.