Die Bundeswehr an deiner Schule – Werbung für den Krieg

Seit der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 drängt die Bundeswehr immer offensiver in den öffentlichen Raum. Jedes Jahr steckt die Bundeswehr ca. 40 Millionen € alleine in ihren Werbefeldzug. Von dieser Werbeoffensive sind vor allem auch Jugendliche an Schulen betroffen. In breit angelegten PR-Feldzügen wirbt das Militär mit Bundeswehr-Karrieretrucks, mit Ständen an Messen, Plakaten an Bushaltestellen, in Medien aller Art und eben auch direkt im Schulunterricht.

Bundeswehr in den Klassenzimmern?

Die Bundeswehr nimmt immer mehr Einfluss auf das Bildungswesen. Durch die Unterzeichnung der so genannten „Kooperationsvereinbarung“ zwischen der Bundeswehr und dem Kultusministerium wurde der Einfluss des Militärs auf die Schulen vertraglich festgehalten.

Mit weitreichenden Folgen: Den Jugendoffizieren der Bundeswehr wird ein leichter Zugang in die Schulen zugesichert, sie erhalten das Recht LehrerInnen aus- und fortzubilden, SchülerInnen über Militärpolitik zu „informieren“ und komplette Unterrichtseinheiten zu übernehmen. Häufig werden Kasernenbesuche, Schießsimulationen oder weltpolitische Kriegsspiele als Bonbon gleich mit serviert.

Es geht um ihren Krieg – und ihr sollt ihn führen

Die Bundeswehr beeinflusst bewusst Jugendliche. Viele wissen noch nicht was sie nach der Schule machen wollen oder haben oft auch wenig Hoffnung auf einen halbwegs gut bezahlten und sicheren Job. “Gute Bezahlung”, “Aussicht auf eine sichere Zukunft” sind Schlagworte die Jugendoffiziere und KarriereberaterInnen gerne fallen lassen. Die damit verbundene Verpflichtung auf 12 Jahre, die unumgänglichen Kriegsseinsätze, die hohe Zahl traumatisierter Soldaten, dass zum Töten für wirtschaftliche und geostrategische Interessen anderer ausgebildet wird, das sind Themen, die in den Werbeblöcken der Bundeswehr in der Schule ausgeklammert werden.

Sie werben fürs töten und sterben

Die Jugendoffiziere wollen Euch die Bundeswehr als guten Arbeitgeber bewerben. Im Klassenzimmer dürfen sie Euch das formal aber nur durch die Blume sagen. Schließlich geht es in der Unterrichtsstunde ja offiziell um „Politik“. Darum legen sie erst einmal viel Wert darauf euch die Kriegseinsätze der Bundeswehr als richtig und wichtig zu verkaufen. Besonders beliebte Schlüsselbegriffe für die Begründung der Kriegseinsätzen sind: der so genannte “Krieg gegen den Terror”, „Friedenschaffende Einsätze“, „Demokratisierung“, „Verteidigung der Menschenrechte“.

Keinen Raum finden die tatsächlichen Gründe für die Kriegseinsätze. Die militärische Absicherung und Ausweitung deutscher Interessen weltweit: und zwar 1. ökonomisch (in Form von Zugang zu Rohstoffen, billigen Arbeitskräften, neuen Wirtschaftsräume …) und 2. geostrategisch (der deutsche Staat will beim Kampf um die Neu-Verteilung der Welt ein Wort mitsprechen und seinen weltweiten Einfluss ausbauen).

Fazit

Die Werbeoffensive der Bundeswehr wurde in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Also in der Zeit in der die Kriegseinsätze immer offensichtlicher durch wirtschaftliche und geostrategische Interessen bestimmt sind, die Bundeswehr sich zur Berufsarmee wandelt, immer weiter aufgerüstet wird und deren Kriegseinsätze nach wie vor von der Mehrheit der Bevölkerung strikt abgelehnt werden. Gleichzeitig hat die Bundeswehr auch Nachwuchssorgen. Die Bundeswehr an Schulen hat daher zwei klare Aufgaben: Sie soll gesellschaftliche Akzeptanz für Aufrüstung und Kriegseinsätze schaffen und neues „Kanonenfutter“ rekrutieren.

Werdet aktiv!

Wenn ihr erfahrt, dass die Bundeswehr an Eure Schule kommen soll, sprecht mit MitschülerInnen, LehrerInnen und Eltern und macht deutlich, dass ihr den Besuch der Bundeswehr nicht wollt. Gerade bei der Schulleitung und den LehrerInnen kann es hilfreich sein auch auf die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft‘ (GEW) zu verweisen. Sie spricht sich seit Jahren gegen die Bundeswehr an Schulen aus.

Wenn ihr die Werbeoffensive an Eurer Schule nicht im Vorfeld verhindern könnt, dann könnt ihr dennoch Protest dagegen organisieren. Sucht andere die ähnlich denken, organisiert euch, sucht euch Unterstützung und werdet aktiv.

Die Bundeswehr hat nichts an Schulen verloren!

Schulfrei für die Bundeswehr!

Werbeanzeigen