Solidarität mit Kobanê – Kundgebung in Schwenningen

Am SamstagSolidarität mit Kobanê - Kundgebung in Schwenningen, den 11. Oktober, fand in Schwenningen eine Kundgebung aus Solidarität mit der vom Islamischen Staat (IS) belagerten kurdischen Stadt Kobanê statt. Sie wurde organisiert von der Alevitischen Gemeinde, der Föderation der Arbeiter aus der Türkei ATIF, der türkischen Frauenorganisation Yeni Kadin und der MLPD. Etwa 50 Leute versammelten sich ab 11 Uhr auf dem Hockenplatz.

Dies war schon die zweite Solidaritätsaktion in Schwenningen diese Woche. Am Donnerstag demonstrierten bereits etwa 70 Menschen auf dem Muslenplatz und zogen danach mit einer Demonstration durch die Stadt. Die geringere Teilnahme an der Kundgebung am Samstag mag auch der Großdemo in Düsseldorf am selben Tag geschuldet sein, wo sich zigtausende solidarisch mit dem Kampf um Kobanê zeigten.

Am Donnerstag kam es in Schwenningen bereits zu einer Konfrontation mit Anhängern des syrischen Präsidenten Assad. Diese entrollten auf der Kundgebung eine syrische Flagge und gingen andere DemonstrantInnen an. Nach der Demo verfolgten sie die Anmelderin bis nach Hause, griffen sie und ihren Vater an und verwüsteten die Wohnung der Familie.

Kobanê ist seit Anfang letzter Woche akut gefährdet. Wenn es den Banden des IS gelingen sollte, die Hauptstadt des gleichnamigen kurdischen Kantons einzunehmen, droht ein Massaker. Ebenso ist es für die fortschrittliche kurdische Selbstverwaltung unter Führung der „Demokratischen Partei der Völker“ (PYD) die Stadt von strategischer Bedeutung, da das Kanton Kobanê den mittleren Teil des kurdischen Gebietes darstellt und somit essentiell für dessen Verteidigung ist. Die westlichen Staaten unter Führung der USA unterlassen derweil jegliche wirksame Unterstützung für die kämpfenden Volksverteidigungseinheiten der YPG und der Frauenkampfverbände YPJ. Und das obwohl sie sonst im Nahen Osten keine Gelegenheit auslassen, um vorgeblich demokratische Kräfte zu fördern. Aufbau - Solidarität mit Kobanê - Kundgebung in Schwenningen

Tatsächlich lassen sie die Unterstützung all jenen zukommen, die für ihre geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen nützlich sind. So rüsteten sie lange Zeit den IS auf, als dieser noch als Teil der „Freien Syrischen Armeee“ gegen Assad kämpften. Ihre Intervention in Form von Luftschlägen beschränken die Kräfte der US-geführten „Anti-IS-Koalition“ auf Regionen fernab von Kobanê oder auf wenig wirksame alibimäßige Angriffe um die Stadt herum.

Der NATO-Staat Türkei unterstützt den IS gar dadurch, dass er die Grenzen für den Transport von neuen Kämpfern, Waffen und Ressourcen öffnet. Für die Unterstützung Kobanês hält die Türkei die Grenzen jedoch verschlossen und setzt dies auch mit Waffengewalt durch. Im eigenen Land schießt das türkische Militär auf kurdische Solidaritätsdemonstrationen und nimmt bewaffnete Angriffe auf fortschrittliche Kräfte und Menschen von Faschisten und Islamisten wohlwollend hin.

Dies alles wurde in mehreren Reden auf Deutsch und Türkisch auf der Kundgebung thematisiert. Auch ein Vertreter des Offenen Antimilitaristischen Treffens sprach auf der Kundgebung.

 Es wird sicherlich noch weitere Solidaritätsaktionen für Kobanê in VS geben. Achtet auf Ankündigungen!

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